Willkommen beim Carolus-Magnus-Kreis e.V.
 

Veranstaltungsarchiv

Ein Überblick über vergangene Veranstaltungen, bitte wählen Sie aus

Jahrestagung 2009 in Montpellier

Reginalseminar Mainz 2009

Jahrestagung 2008 in Hameln

Austauschlehrerseminar 2006, Austauschlehrerseminar 2005,
Austauschlehrerseminar 2004
(alle Berichte von Uwe-Michael Fanio)

 

Jahrestagung vom 12. - 16. November 2009 im Hôtel François de Lapeyronie in Montpellier, Thema: Fremdsprachenmethoden und -inhalte - was gibt es Neues in Europa/quoi de neuf en Europe?

Dokumente zur Jahrestagung: Programm

Das Hotel:

  Hotel Montpellier   montpellier_hotel_2_thumb.jpg

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Programm Regionalseminar in Mainz

für Fremdsprachenassistenten

 

Kreative Ansätze im Französischunterricht 

- neue Ideen für noch besseren Unterricht -

 

am Samstag, 28.02.2008 von 10.30 bis 17.30 im Gymnasium Mainz-Gonsenheim 

Info: http://www.carolus-magnus-kreis.de/media/dokumente/regionalseminar_mainz_2009.pdf Regionalseminar Mainz 2009

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Jahrestagung 2008 in Hameln

Jahrestagung als 31. Austauschlehrertagung vom 6. - 10. November 2008 in Hameln: "Neue Kerncurricula/Lehrpläne/europäische Bildungsstandards und deren Umsetzung im Fremdsprachenunterricht Französisch" , akkreditiert vom Institut für Qualitätsentwicklung des Hessischen Kultusministeriums unter dem Aktenzeichen IQ-0349108-F005557

Dokumente zur Jahrestagung: Allgemeine Information, Programm

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Austauschlehrerseminar 2006

2. - 6. November 2006 in Mittelwihr bei Colmar (Elsass)

Zum ersten Mal wagte der Carolus-Magnus-Kreis mit einem Austauschlehrerseminar den Sprung über die Grenze und mehr als 40 Lehrer und Lehrerinnen sowie Dozenten aus Deutschland und Frankreich folgten der Einladung nach Mittelwihr im Herzen des Elsass unweit von Colmar und dem als „le plus beau village de France“ bezeichneten Riquewihr, um unter dem Titel

Kreatives Lernen im Französischunterricht: vom altersgerechten Grammatikunterricht bis zum darstellenden Spiel

moderne und gleichzeitig effektive Unterrichtsformen zu diskutieren und selbst auszuprobieren. Die auf Empfehlung unseres ehemaligen 1. Vorsitzenden Lutz Rüstow anvisierte und von unserem aktuellen 'Président' gebuchte wunderbar mitten in den Weinbergen gelegene – und dazu noch aufwändig frisch renovierte und mit allen modernen Medien ausgestattete – Tagungsstätte „Centre de Mittelwihr“ bot beste Voraussetzungen für das Gelingen des Seminars, zu dem die engagierten Vorträge und gezielten 'Ateliers' der Referenten natürlich ganz wesentlich beitrugen. Neben theoretischen Überlegungen zum altersgerechten effektiven Fremdsprachenunterricht standen so kreative Seminararbeit und entsprechende Workshops im Mittelpunkt, die von allen Teilnehmern viel Engagement verlangten, das auch alle sehr gezielt zu geben bereit waren.

In der recht knapp bemessenen vortragsfreien Zeit hatten die Teilnehmer Gelegenheit, die wunderschöne – von deutscher und französischer Kultur geprägte – Stadt Colmar durch eine anspruchs- und gleichzeitig humorvolle Stadtführung kennen zu lernen, wozu auch der Besuch des Musée d'Unterlinden, das dem berühmten Isenheimer Altar einen würdevollen Rahmen gibt, gehörte. Von der 2. Vorsitzenden unseres Vereins, Christine Theiß, durch einen äußerst fachkundigen Vortrag vorbereitet, konnten alle Teilnehmer das Glanzstück frühneuzeitlicher abendländischer Sakralkunst bewundern und angemessen verstehen. Die Einladung beim Bürgermeister von Colmar gab der Wertschätzung der örtlichen politischen Autoritäten bezüglich der pädagogischen und auf Völkerverständigung ausgerichteten Arbeit des CMK sichtbaren Ausdruck.

Im Mittelpunkt der Tagung stand natürlich die dem Seminartitel verpflichtete gezielte Behandlung pädagogischer Themen, die höchste Konzentration und auch Kondition erforderte, da oft mehrere Stunden intensiv an einer Thematik gearbeitet wurde.

Nach der Tagungseröffnung leitete Dr. Rüdiger Pfromm (Universität Bonn) mit seinem Vortrag „Rhythmisierung des Sprachenunterrichts – eine Zukunftsaufgabe?“ die Serie der Vorträge und 'Ateliers' ein und bot sogleich mit seinen kritischen Anmerkungen Gelegenheit, intensiver über aktuelle Entwicklungstendenzen in der Fremdsprachendidaktik nachzudenken und sie zu diskutieren. Dr. Pfomm stellte dem modernen Trend, in dem im Rahmen der Prämisse „Lernen zu lernen“ das „was“ dem „wie“ untergeordnet wurde, eine gezielte Rhythmisierung des Sprachenunterrichts entgegen, die altersgerechte Anstrengung bei der Erarbeitung von Texten und Themen neben der Entspannung bei Lernspielen o.ä. erfordert und in dem im Rahmen der wachsenden Schülerverantwortung die Fremdkontrolle nach und nach (aber altersgemäß) zur Selbstkontrolle wird, wobei die Handlungsorientierung nicht die unabdingbare gezielte Textarbeit ersetzen dürfe, die den notwendigen ordnenden Denkrahmen schaffe, der für das lebenslange und gegen das Vergessen gerichtete Lernen nötig sei.

Der von Christine Theiß in Power Point-Form präsentierten Einführung in die grandiose Bildersprache des Isenheimer Altars folgte eine anregende 'Soirée amicale', die dem gezielten Kennenlernen neuer bzw. Wiedersehen langjähriger Teilnehmer und dem vertieften Erfahrungsaustausch diente.

Nach der kulturhistorischen Exkursion nach Colmar bewegte Dr. Christian Alix aus Frankfurtam Freitagnachmittasg die Teilnehmer in seinem “Atelier de création de chansons“, nach vorgegebenen Rhythmen ihre eigenen Chansons zu kreieren, wobei er Mut verlangte, der Kreativität freien Lauf zu lassen und mit Worten zu spielen. Nicht Ideen, sondern Worte sollten der im Vordergrund stehenden Musik folgen. Lieder seien konkreter Ausdruck der 'culture vivante' und würden in knapper und poetischer Form Themen transportieren, die bewegen. Musikprojekte mit Schülern bewiesen die hohe motivationale Kraft der 'création de chansons'.

Am Abend gab Christian Alix, von Christine Theiß am E-Piano und mit der Querflöte begleitet, in einem Konzert Kostproben seines künstlerischen Schaffens. Beide Vortragenden verzauberten das Publikum mit einfühlsamer Musik und wunderschönen Texten, die zum Nachdenken anregten.

Am Sonnabendmorgen stellte Dr. Manfred Brandl (Fachleiter für Französisch in Hannover) in seinem Vortrag „Neue Wege der Filmanalyse am Beispiel von 'Caché' von Michael Haneke und Fernsehserien zum Thema 'Schule'“ Möglichkeiten intensiver Filmarbeit vor, wobei die Behandlung des Films 'Caché' im Mittelpunkt stand. Dr. Brandl unterstrich, dass gerade in Frankreich Spielfilme zum 'Patrimoine culturel' gehören und auch deshalb besondere Berücksichtigung im Fremdsprachenunterrricht verdienen, aber auch – oft hervorragend gemachte – Fernsehserien, grade auch, weil sie die Schülerrealität berühren und deshalb von den Lernern verstanden und gern kommentiert werden. Dr. Brandl betonte, dass gerade Filme viele Lesarten böten und so ganz unterschiedliche Themen schwerpunktmäßig Behandlung finden könnten. Der Film 'Caché' eigne sich in besonderer Weise zur Arbeit mit Schülern, weil er vielfältige Diskussionsthemen (z.B. Schuld und Verantwortung, Vergangenheitsbewältigung oder soziale Brüche) und Arbeitsmöglichkeiten bis hin zum Transscribieren biete.

Annemarie Kordecki (Fachleiterin aus Fürth/Od.) gab am Sonnabendnachmittag in ihrem „Atelier d'écriture“ zum Teil genial einfache und jederzeit durchführbare Anregungen zu kreativer Schreibarbeit im Fremdsprachenunterricht und zeigte, dass oft wenige vorgegebene Silben, Wörter oder Sätze z.B. wunderbare Gedichte ermöglichen. Grundlage ihrer diesbezüglichen Überlegungen waren sogenannte Haikus (japanische Kurzgedichte), die mit 3 Zeilen poetische Kurzgeschichten realisieren, die Menschen zu bewegen vermögen.

Eine kleine Weinprobe beim benachbarten Winzer rundete den Tag ab.

Am Sonntagmorgen aktivierte Wolfgang Spengler (Fachleiter und didaktischer Berater aus Solingen)mit seinem interaktiven Vortrag „Raus mit der Sprache! Motivierender und altersgerechter Französischunterricht ab Klasse 6“ über 3 Stunden alle Teilnehmer mit einem Feuerwerk an Ideen für einen Französischunterricht, in dem endlich die Schüler wesentlich zum Sprechen kommen und Spaß an echter Kommunikation entwickeln, ohne das gezielte Lernen zu vernachlässigen. Um den Schülern die Angst zu nehmen und von Anfang an Sprachkompetenz und die Lust an Kommunikation aufzubauen, empfahl W. Spengler intensives Chorsprechen und Singen sowie gezielte Partnerarbeit schon in den ersten Französischstunden. Nur so könne der dominante Redeanteil des Lehrers reduziert werden. Herr Spengler warb für die intensive Partnerarbeit mit einem festen vom Lehrer vorgegebenen Ordnungsrahmen. Dazu gehörten auch gezielte Wortschatzarbeit mit Karteikärtchen, regelmäßige und häufige Lernzielkontrollen (Vokabeltests) und intensive phonetische Schulung, die der Schüler zu Hause mit lehrwerksabgestimmten CDs zu ergänzen habe. Gezielte Hilfsmittel wie Partnerkarten und -scheiben ermöglichen jederzeit geplante Eingriffe des Lehrers ín den Unterricht, um Partnerarbeit und damit Sprechaktivitäten zu initiieren.

Den Abschluss der Vortrags- und 'Atelier'-Reihe bildete die 'Intervention' von Frau Professor Dr. Spaeth-Goes“ (Stuttgart), die mit ihrer „Einführung in die theaterpädagogische Arbeitsweise im Fremdsprachenunterricht Französisch“ vor allem die weiblichen Teilnehmer zu angstfreier verbaler und mimischer und gestischer Umsetzung von Situationen und Themen bewegte. Es war erstaunlich, mit welcher Begeisterung und Unbekümmertheit die Teilnehmer z.B. Gedichte lernten und sie individuell szenisch umsetzten. Frau Spaeth-Goes machte Mut, die Spontaneität und Kreativität der Schüler intensiver zu nutzen und sie über die szenische Darstellung zum freien Sprechen zu bewegen. Das belegte sie sogar noch an der Aufarbeitung der Anfangsphase des berühmten Films von L. Malle „Au revoir les enfants“, wobei Schüler Standbilder präsentieren, die später diskutiert werden können. Es stellte sich heraus, dass Theaterarbeit eine wesentliche Basis für freies und motiviertes Sprechen darstellen kann, indem die Schüler bei richtiger Führung fast jegliche Angst vor dem Sprechen ablegen.

Den Ausklang des Tages bildete der von den Seminarteilnehmern gestaltete Abschiedsabend, an dem die Theaterbegeisterten das kurz zuvor Gelernte genial vortrugen und die Musiker in der Gruppe mit kurz zuvor einstudierten Liedern zur Unterhaltung aller beitrugen.

Der Montagvormittag war primär der Zusammenfassung der Tagungsergebnisse und der Tagungskritik vorbehalten. Die Tagungsteilnehmer schätzten das enggeschnittene Programm mit den oft sehr praxisnahen Vorträgen und 'Ateliers', die vielfältige kreative Anregungen, aber oft kaum Zeit zum Durchatmen boten. Die für die nächsten Seminare vorgeschlagenen Themen berühren Aspekte wie Entwicklungspsychologie und Medien im FU. Das bereits auf Anfang November 2007 terminierte 30. Austauschlehrerseminar in Mönchengladbach wird sich der Integrationspolitik in Deutschland und Frankreich und deren Behandlung im FU widmen.

Die ausgefüllten Fragebögen bezeugten eine hohe Zufriedenheit der Teilnehmer bezüglich Programm und Tagungsstätte, die ein Wiederkommen nahelegte.

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Austauschlehrerseminar 2005

Fremdsprachenunterricht Französisch unter neuen Bedingungen und mit neuen Perspektiven

Tagungsüberblick 

Die 28. - in Kooperation mit dem Pädagogischen Austauschdienst/KMK der Länder veranstaltete – Austauschlehrertagung des CAROLUS-MAGNUS-KREISES, deren Ergebnisse in der vorliegenden Broschüre dokumentiert sind, fand vom 17. - 21. November 2005 in Berlin im Wannseeforum statt. Sie führte über 40 Pädagogen aus Deutschland und Frankreich zusammen, die unter obigem Titel fünf Tage die neuen- auf ministeriellen Vorgaben beruhenden – Bedingungen des Fremdsprachenunterrichts Französisch und die damit verbundenen pädagogischen Herausforderungen diskutierten und ihre Umsetzung in der Praxis erprobten. Die hochmotivierten und engagierten Kollegen aus verschiedenen Bundesländern und Regionen Frankreichs konnten dabei ihre konkreten, oft sehr unterschiedlichen Erfahrungen einbringen und dazu beitragen, dass die Vorträge der Referenten viele lebhafte Diskussionen auslösten. Die überwiegend auf die Schulpraxis ausgerichteten Referate – oft als Basis für ausgiebige Gespräche dienend, die auch den Bildungspluralismus in der Bundesrepublik trotz heute europaweit fixierter Standards verdeutlichten – werden im Folgenden kurz dargestellt:

Schon der 1. Vortrag von Dr. R. Pfromm (Universität Bonn) „Unterrichtssprache Französisch: Vom Tarzan-Pidgin zum gefeilten Diskurs“ führte zu lebhaften Diskussionen unter den Betroffenen. Dr. Pfromm stellte – bewußt provokant – die Frage, ob angesichts (bei Studenten festzustellender) offenbar ständig sinkender Sprachkompetenz die neue Orientierung beim Sprachenlernen in die richtige Richtung weise, d.h., ob die angestrebte kommunikative Kompetenz, der heute alles, vor allem die sprachliche Präzision/Korrektheit nachgeordnet werde, mit der neuen Schwerpunktsetzung überhaupt erreichbar sei. Dr. Pfromm gab zu bedenken, dass Spracherwerb einen langfristigen Prozess darstelle, der bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (Genauigkeit, Selbststrenge) erfordere und der zu einem präzisen und und differenzierten Gebrauch der Sprache führen müsse, Aspekte, auf die unsere entwickelte Industriegesellschaft nicht verzichten könne.

In ihrem gemeinsamen Vortrag „DELF“ stellten die beiden Lehrerinnen J. Oberpenning (Bad Nauheim) und C. Wirges (Krefeld) das „Diplôme d'Etudes en Langue Française“ , das vom französischen Erziehungsministerium vergebene staatliche Diplom vor, das in der ganzen Welt gleichermaßen Anerkennung findet. Die beiden Pädagoginnen berichteten aus der konkreten Schulpraxis und konnten alle Tagungsteilnehmer davon überzeugen, dass es sinnvoll sei, möglichst vielen Französischlernern die Möglichkeit zu offerierten, sich auf diese internationale Prüfung vorzubereiten, dabei wesentliche Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig ein Diplom mit weltweiter Gültigkeit zu erwerben.

Mme J. Bontems (Berlin) als Vertreterin des DFJW stellte in ihrer „Präsentation der aktuellen Aktivitäten des DFJW“ die Schwerpunkte der Arbeit des Deutsch-Französischen Jugendwerks vor, das sich weiterhin wesentlich um die Bewußtmachung der deutsch-französischen Vergangenheit und die Förderung der Partnersprache bemüht, gleichzeitig aber die Grundlagenarbeit für den Erwerb europäischer Schlüsselqualifikationen und europaweites interkulturelles Lernen durch gezielte Projekte intensiviert. Mme Bontems ging anschließend auch kurz auf die aktuelle- von Jugendprotesten geprägte – Situation in ihrem Heimatland ein und riet zu einer intensiven Analyse, die vorschnelle Erklärungen verbietet.

Herr S. Nix vom Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg präsentierte in seinem Vortrag „An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Schulpraxis: ein Projekt des Deutsch-Französischen Instituts zur Förderung des bilingualen Sachfachunterrichts mit der Zielsprache Französisch“ ein von der Robert-Bosch-Stiftung gefördertes Projekt, das gezielt der Zusammenstellung von Unterrichtsmaterialien für den bilingualen Sachfachunterricht in Französisch diene. Die finanzielle Unterstützung habe es endlich ermöglicht, für die Fächer Geschichte, Politik und Erdkunde Dossiers zu erstellen, mit denen moderner bilingualer Unterrricht zu aktuellen Themen in französischer Sprache gemacht werden könne, der prinzipiell allen Gymnasien große Vorteile biete.

Mme M. Héloury (Berlin), Mitautorin von „A Plus“, verdeutlichte in ihrem Vortrag „Die Anforderungen des europäischen Referenzrahmens für Sprachen und deren Umsetzung in der Sekundarstufe I“ am Beispiel des neuen Cornelsen-Lehrwerks für Französisch „A Plus“ , welchen Kriterien moderne Lehrwerke folgen, d.h., wie sie – an der Alltagsrealität orientiert – Fertigkeiten fördern, die der allgemeinen Kommunikationsfähigkeit dienen. Mme Héloury zeigte die vielfältigen Möglichkeiten auf, die schülerorientierte Lehrwerke wie „A Plus“ bieten, die auch zu kreativem Schreiben führen sollen. Mme Héloury initiierte im Anschluss an ihre Ausführungen die Bildung von 3 Arbeitsgruppen, die sich intensiv mit unterschiedlichen Zielen des Lesens auf der Grundlage des Lehrwerks auseinandersetzten.

Herr W. Marek (Kirchhain/Hessen), Lehrer und Schulkoordinator, brachte in seinem Vortrag „La chanson et l'interculturel“ den Teilnehmern in sehr konkreter Weise näher, in welcher Intensität Chansons dazu beitragen können, interkulturelles Lernen zu fördern und die Schüler gleichzeitig für Französisch und Frankreich zu begeistern. Die von ihm vorgestellten – oft von mehreren Kulturen geprägten – Lieder eröffneten vielfältige Interpretationsmöglichkeiten und initiierten interkulturelles Lernen durch Begegnung mit anderer Musik und anderen Denkweisen, die wiederum zur Reflexion über eigene Wertvorstellungen anregten, die oft unklar sind und erst durch den Vergleich bewußter gemacht werden.

Frau B. Kruggel (Berlin) stellte in ihrem Vortrag „L'immeuble – oder wie Elftklässler ihr Herz für die französische Sprache entdeckten“ ein Filmprojekt vor, das auf der von Debyser in Sèvres entwickelten zeitlosen Idee des „Immeuble“ basierte, das ihre Schüler mit höchst unterschiedlichen kulturellen Hintergründen mit Leben füllten und es dann szenisch umsetzten, was zu einem riesigen Erfolg wurde, da ungeahnte Schülertalente zum Tragen kamen.

Den Abschluss der Vortrags- und Präsentationsreihe bildete die 'Intervention' von Mme S. Prudent aus Berlin, die – von Frau Schwarz und Frau Koberstein assistiert – die von neuen Klettwerk „Découvertes“ besonders geförderten Grundfertigkeiten/Qualifikationen und die konkrete Umsetzung derZielsetzung im Lehrbuch herausstellte und zeigte, wie die heute geforderten Schlüsselkompetenzen ihre Berücksichtigung bei der Konzeption eines modernen Lehrwerks finden.

Die Materialbörse war von 2 Kurzvorträgen geprägt, die sich beide mit dem Thema „Chansons im Fremdsprachenunterricht beschäftigten. Während M.H. Peillon in Kooperation mit A. Lucas (beide zur Zeit Austauschlehrer in Berlin) ein vom 'Exportbüro Berlin' gefördertes Projekt vorstellten, berichtete Frau M. Riegner über ihre Erfahrungen mit dem Einsatzt von Chansons im Französischunterricht. M. Peillon bat um Unterstützung bei der Sammlung von neueren französischen Chansons für den Unterricht, um den Französischkollegen wirklich aktuelles Material anbieten zu können, Frau Riegner warb für den Einsatz auch traditioneller Chansons mit dem Ziel, Schüler zum Mitsingen zu bewegen.

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Austauschlehrerseminar 2004 

27. Austauschlehrertagung  des Carolus-Magnus-Kreises
12. - 16. November 2004 in Saarlouis                                                 
 
Wertvorstellungen und Perspektiven
Erwachsenwerden und interkulturelles Lernen als Thema in Forschung und Fremdsprachenunterricht
Die 27. Austauschlehrertagung fand in der saarländischen Grenzstadt Saarlouis statt, die wie kaum ein anderer Ort in Mitteleuropa durch zwei benachbarte Kulturen geprägt ist. Über 50 Teilnehmer kamen in die von   Louis XIV gegründete und von Vauban geplanten Festungsstadt, um in der gepflegten Atmosphäre zweier zentral gelegener Komforthotels das obengenannte Thema zu erörtern, den interkulturellen Gedankenaustausch zu vertiefen und das fünfzigjährige Bestehen des Carolus-Magnus-Kreises zu feiern. Das besonders angenehme Ambiente der Hotels und die hervorragende Küche, die alle Gäste mit internationalen und lokalen kulinarischen Spezialitäten verwöhnte, trugen wesentlich dazu bei, dass die Tagung ein Erfolg wurde und die Teilnehmer 5 Tage dem dichtgedrängten Programm aufmerksam folgten und mit großem Engagement die insgesamt 8 Vorträge kritisch begleiteten, die sich sowohl theorie- als auch praxisorientiert mit dem Erwachsenwerden, Wertvorstellungen und interkulturellem Lernen in der heutigen Zeit auseinandersetzten. Die Referenten verstanden es, die überwiegend als Lehrer tätigen Teilnehmer durch historisch-politisch oder pädagogisch fundierte 'Reisen' in verschiedene Kontinente, Epochen und Kulturen für die Thematik zu sensibilisieren und viele interessante Denkanstöße zu vermitteln, die der pädagogischen Arbeit der Teilnehmer neue Impulse zu verleihen vermögen. 

Nach der Tagungseröffnung durch den scheidenden 1.Vorsitzenden Lutz Rüstow und den Hauptorganisator Uwe-Michael Fanio führte die Referentin Frau Dr. Ute Fendler von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken mit ihrem Vortrag „Jeunesses francophones – in Film und Literatur“ sehr plastisch – gestützt durch eigene Erfahrungen vor Ort – die Teilnehmer in die frankophone Welt Afrikas. Sie verdeutlichte auf eindringliche Weise den Zuhörern, mit welch gewaltigen Problemen diese angeblich frankophone Welt zu kämpfen habe, in der zwar wegen der vielen Stammessprachen der Unterricht in französischer Sprache stattfinde, die aber von den meisten Schülern kaum verstanden geschweige denn geschrieben werde. Der  Bildungsnotstand großer Teile Afrikas wurde allen drastisch vor Augen geführt: Klassen mit 80 – 100 Schülern mit verschiedenen Stammessprachen – d.h. vorprogrammiertes Analphabetentum – machen die in Afrika latente Unterentwicklung plausibel. Die Referentin verdeutlichte, dass sich die – mittels Filmsequenzen zusätzlich konkretisierte – Thematik durch die für alle erkennbaren großen kulturellen Differenzen hervorragend für gezieltes interkulturelles Lernen eignet, das Verständnis erzeugen soll. 

Die Soirée amicale am ersten Abend diente dem gegenseitigen Kennenlernen und der Integration der 'Neuen' in die große Gruppe und ermöglichte in zwangloser Runde die Vertiefung der themenbezogenen Diskussionen.

Am Sonnabendmorgen präsentierten Claudine Bats aus Arcambal und Christoph Kodron vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt zunächst Projekte aus ihrer langjährigen erfolg- reichen Zusammenarbeit. Die vom europäischen Comenius-Programm unterstützten Projekte mit mindestens 3 Schulen aus drei verschiedenen Ländern ermöglichten u.a. von Schülern durchgeführte propedeutische Untersuchungen des deutschen und französischen 'sous-sol' und dabei die hoch- motivierte grenzübergreifende Kooperation der Lernenden. Ein vom DFJW gefördertes Projekt erlaubte unter dem Titel „Abenteuer in Paris/Aventures à Paris“ die fast professionelle Herstellung von Videosequenzen in der/über die französische Hauptstadt in binationaler Zusammenarbeit.

Herr Kodron warb anschließend für die intensive Nutzung des Deutschen Bildungsservers, der für alle Alters- und Berufsgruppen fast unendlich viele Informationen aus unzähligen Datenbanken bereitstellt.

Nach der Jahreshauptversammlung des CMK zeigte Christoph Vatter von der Universität des Saarlandes in seinem Vortrag „Interkulturelles Lernen mit neuen Medien“ vielfältige Möglichkeiten auf, mediengestützt durch die bewußtere Wahrnehmung der eigenen Kultur mittels Vergleich mit dem Anderen/Fremden interkulturelles Lernen zu initiieren, das wesentlich auch auf Wissen basiert. Herr Vater verdeutlichte durch die Präsentation von Film- sequenzen, deutschen und französischen Webseiten und deutscher und französischer Werbung, wie unterschiedlich gleiche Themen in den beiden Nachbarländern Behandlung finden und offensichtlich von ganz differenten Erwartungen und Mentalitäten ausgegangen wird. Durch das Bewußtmachen der Differenzen und das Wissen um ihre Existenz könne eine angemessene Basis für grenzübergreifende Kooperation geschaffen werden.

Den Ausklang des Abends bildete ein kleiner Bummel durch die historische, von den Franzosen im 17. Jahrhundert planmäßig angelegte Altstadt von Saarlouis, die heute auch ein gastronomisches Kleinod ist.

Am Sonntagvormittag präsentierten Anna Heese und Daniela Perl (Universität Regensburg) unter dem Titel “Initialzündung Schüleraustausch -Langzeitwirkung von Schüleraustausch auf die Persönlichkeitsentwicklung“ erste Ergebnisse einer unter Federführung von Professor Thomas durchgeführten Studie, die in bislang einmaliger Weise die vermuteten bedeutenden Langzeitwirkungen von individuellen Auslandsaufenthalten belegt. So konnte die großangelegte Studie beweisen, dass Auslands-/Austauscherfahrungen im Schüleralter zentrale Bereiche der Persönlichkeit beeinflussen und die Wertvorstellungen und Verhaltensweisen junger Menschen nachhaltig zu verändern vermögen, d.h.vor allem beste Voraussetzungen dafür schaffen, Offenheit, Toleranz, Selbstsicherheit und Selbständigkeit zu entwickeln und ein aktives Mitglied der Gesellschaft zu werden, das weitere interkulturelle Erfahrungen zur ständigen Persönlichkeitsentwicklung anstrebt.

Der sehr informativen Stadtführung in Saarlouis durch einen ausgewiesenen Kenner der Stadt folgte der hochinteressante Vortrag von Frau Professor Dr. Schumann aus Bielefeld, die unter dem Titel „Kollektive Mythen im Französischunterricht“ auf eindrucksvolle Weise ihre These belegte, dass angemessene Inhalte im Fremdsprachenunterricht zu zentralen Motivationsauslösern des Lernprozesses zählen und deshalb von besonderer Bedeutung sind, da sie das Interesse an der fremdsprachlichen Zielkultur entfachen und damit den Wunsch auslösen, sich mit ihr näher zu beschäftigen und möglichst viel über sie zu wissen. Und diese Kenntnisse und die daraus folgende Kulturbewußtheit diene als Basis für die Entwicklung von interkulturellen Interaktionsstrategien in der realen Kommunikation, die wir in unserer globalen Welt oft brauchen. Frau Professor Schumann belegte an dem in Frankreich besonders gepflegten Mythos des „Hexagone“ die Möglichkeit des Fremdverstehens, da gerade dieser Mythos in Frankreich von ganz unterschiedlichen Gruppen vereinnahmt und instrumentalisiert werde, einerseits, um den Mythos von der Einheit von Land, Volk und Nation zu bekräftigen, andererseits, um gerade diesen Mythos sehr kritisch in Frage zu stellen, der die Wirklichkeit natürlich verklärt. Die Beschäftigung mit diesem Mythos erlaube tiefe Einblicke in französisches Denken und Handeln und damit das Fremdverstehen, das eng mit interkulturellem Lernen verbunden ist.

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